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17 Januar 2019| by Silvija

Akne: Mein Erfahrungsbericht aus über 20 Jahren – und was heute in Düsseldorf möglich ist


Dieser Erfahrungsbericht über Akne ist kein Ratgeber aus zweiter Hand. Ich schreibe ihn, weil ich seit der Pubertät – inzwischen seit mehr als 20 Jahren – mit dem Thema Akne zu tun habe, erst als Betroffene, später beruflich. Wer heute nach einem Akne-Erfahrungsbericht sucht, sucht meist nach etwas sehr Konkretem: nach jemandem, der dasselbe durchgemacht hat, und nach der Antwort auf die Frage, was wirklich hilft. Vorweg: Es gibt sie nicht, die eine Lösung. Aber es gibt einen Weg.

Wie alles anfing

Ich war gerade 12 Jahre alt, da begann meine Haut immer unreiner zu werden. Ich wusste nicht, was ich dagegen tun sollte. Es brannte und juckte zugleich. Ich begann, Mitesser und Pickel selbst auszudrücken – was zu einer wesentlichen Verschlimmerung und zur Narbenbildung führte. Damals blieb mir nichts anderes übrig, als mein Hautbild mit Puder zu überdecken, um unangenehme Blicke von mir abzuwenden.

Nach kurzer Zeit ging ich gemeinsam mit meiner Mutter zu einem Dermatologen. Er erklärte mir, dass in meinem Fall nur ein aufzutragendes Antibiotikum helfen könne. Enttäuschend war für mich weniger das Präparat als das Drumherum: Er nahm sich nicht die Zeit, meine Haut genauer anzusehen oder mir zu erklären, was da eigentlich passiert. Also folgte ich seinen Anweisungen und trug das Medikament täglich auf. Nach etwa zwei Monaten setzte ich es ab – meine Haut war sehr trocken geworden, und eine Besserung konnte ich trotzdem nicht feststellen.

Eine Recherche im Internet war damals noch keine Option. Also versuchte ich, mir mit Früchten, Honig, Kräutern und Joghurt selbst zu helfen. Nach geraumer Zeit hatte ich meine Haut halbwegs im Griff. Kam es wieder zu einer Verschlimmerung, suchte ich nach dem Auslöser. Schnell begriff ich, dass Ernährung und Hormone eine große Rolle spielen. Vertieft habe ich das später im Studium zur Komplementärmedizinerin.

Was Akne eigentlich ist

Akne ist eine Erkrankung der Haarfollikel und Talgdrüsen. Durch eine verstärkte Talgproduktion in Verbindung mit einer übermäßigen Verhornung (Hyperkeratose) verengen sich die Ausführungsgänge der Talgdrüsen. Der dadurch entstehende Stau des Talgdrüsensekrets führt zu Mitessern – fachlich Komedonen – und, wenn sich Keime in dem gestauten Sekret ansiedeln, zu Entzündungen mit Eiterbildung: Papeln und Pusteln.

Man unterscheidet geschlossene Komedonen mit hellem Punkt in der Mitte („Whiteheads") von offenen Komedonen mit dunklem Punkt („Blackheads"). Die dunkle Farbe ist übrigens kein Schmutz, sondern ein durch Hautpigment und oxidierte Hautfette verfärbter Hornpfropf. Kein Waschen der Welt bekommt das heraus.

Ursachen und Schweregrade

Eine zentrale Ursache ist die vermehrte Wirkung männlicher Sexualhormone (Androgene), die die Talgproduktion erhöhen. Androgene bilden Männer und Frauen – deshalb ist Akne kein reines Teenager-Thema. Hormonelle Akne kann auch mit 30 oder 35 Jahren auftreten oder wiederkommen, etwa nach dem Absetzen der Pille, in Zyklusphasen, in der Schwangerschaft oder unter Stress. Vier Faktoren greifen dabei ineinander: Hormone, Talg, Verhornung und Bakterien.

Ärztlich wird zwischen Formen und Schweregraden unterschieden – von der reinen Mitesser-Akne (Acne comedonica) über die entzündliche Form mit Papeln und Pusteln (Acne papulopustulosa) bis zur schweren knotigen Acne conglobata. Diese Einordnung ist keine Formsache: Sie entscheidet darüber, ob äußerliche Wirkstoffe genügen oder eine innerliche Therapie nötig ist.

Was der Ernährung zugeschrieben wird – und was belastbar ist

Ich habe meine Ernährung umgestellt und für mich einen Unterschied gemerkt. Trotzdem: Das ist meine Erfahrung, keine Studienlage. Fachlich gilt derzeit ein Zusammenhang mit Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index und mit größeren Mengen Kuhmilch als am ehesten plausibel – aber auch das erklärt Akne nicht allein und hilft nicht jedem. Schokolade, Pommes und fettiges Essen als alleinige Schuldige sind eher Volksglaube als Wissenschaft. Wenn Sie etwas ausprobieren möchten, tun Sie es über einige Wochen, notieren Sie es und ziehen Sie erst dann Bilanz. Was Ernährung sicher nicht ersetzt, ist eine Therapie bei mittelschwerer bis schwerer Akne.

Warum Ausdrücken Narben macht

Das ist der Punkt, an dem ich mir selbst am meisten geschadet habe. Beim Ausdrücken platzt der entzündete Follikel nicht nach außen, sondern oft nach innen. Der Inhalt gelangt ins umliegende Gewebe, die Entzündung wird größer und tiefer, und der Körper repariert den Schaden mit Bindegewebe. Das Ergebnis sind eingesunkene oder erhabene Aknenarben und dunkle Flecken, die Monate bleiben können. Eine akute Entzündung heilt in Tagen bis Wochen – eine Narbe bleibt. Wenn bereits Narben entstanden sind, ist das kein verlorener Fall: Es gibt heute etablierte Verfahren zur Behandlung von Aknenarben, die das Hautrelief in mehreren Sitzungen sichtbar ebenmäßiger machen können.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bitte warten Sie nicht so lange wie ich. Gehen Sie zeitnah zur Dermatologin oder zum Dermatologen, wenn die Akne entzündlich ist, wenn tiefe Knoten auftreten, wenn erste Narben oder dunkle Flecken zurückbleiben, wenn frei verkäufliche Produkte nach acht bis zwölf Wochen nichts bewirken – oder wenn die Haut Sie psychisch belastet. Ärztliche Optionen reichen von äußerlichen Wirkstoffen wie Benzoylperoxid, Retinoiden oder Azelainsäure über Antibiotika und bei Frauen hormonelle Ansätze bis zu Isotretinoin bei schweren Verläufen. Isotretinoin wirkt oft deutlich, hat aber relevante Nebenwirkungen und strenge Auflagen und gehört ausschließlich in ärztliche Hand. Kosmetik ersetzt das nicht – sie ergänzt es.

Was heute möglich ist

Hier höre ich auf zu erzählen und werde sachlich, denn dieser Teil betrifft Sie.

Zwischen Drogerieregal und Rezeptblock liegt ein Bereich, den es in meiner Jugend so noch nicht gab. Ein kosmetisches Pflegeprodukt wirkt an der Oberfläche, ein pharmazeutisches dringt tiefer ein – das erklärt, warum so viele Cremes wenig bewirken. Ich habe über Jahre getestet, vom günstigsten Drogerieprodukt bis zur teuersten Kosmetik, bis ich auf einem Kongress in Monte Carlo auf Dermastir stieß, einen Hersteller medizinischer Pflegeprodukte. Über eine Freundin kam IS Clinical dazu, ein Hersteller pharmazeutischer Konzentrate. Ich nutze ein tiefenreinigendes Waschgel von Dermastir und darauf ein Serum von IS Clinical, das regulierend auf die Talgproduktion wirken soll.

In der Praxis kombinieren wir eine solche Pflege mit Behandlungen, die an der Hautstruktur ansetzen:

  1. Microneedling – feine Nadelreize regen die Neubildung von Kollagen an. Das Verfahren wird vor allem bei narbig verändertem Hautrelief eingesetzt, in mehreren Sitzungen im Abstand von einigen Wochen.
  2. Chemisches Peeling – gezielt ausgewählte Säuren lösen die oberen Hornschichten, wirken auf Verhornung und Komedonen und können das Hautbild verfeinern.
  3. Gezielte Aknenarben-Behandlung – abgestimmt auf die Art der Narben, denn eingesunkene, wellige und erhabene Narben sprechen unterschiedlich an.

Wichtig ist die Reihenfolge: Erst wird die aktive, entzündliche Akne beruhigt – gegebenenfalls ärztlich –, dann werden die Folgen behandelt. Auf entzündeter Haut sind solche Verfahren nicht sinnvoll und können schaden. Und die Basis bleibt die tägliche Routine: eine milde, konsequente Reinigung. Wie das richtig geht, haben wir in unseren Reinigungstipps für die Haut beschrieben.

Ich verwende meine Kombination aus Pflege und Microneedling inzwischen über einen längeren Zeitraum und sehe eine reelle Chance für alle, die dasselbe Problem haben, ihre Haut mit Geduld und der richtigen Begleitung in den Griff zu bekommen. Ergebnisse sind individuell unterschiedlich, und niemand sollte Ihnen etwas anderes versprechen. Es hat viele Jahre gedauert – aber der Weg hat sich für mich gelohnt.

Wenn Sie Ihre Haut einmal in Ruhe ansehen lassen möchten: Wir beraten Sie in unserer Praxis an der Praxis in der Düsseldorfer Innenstadt. Einen Termin vereinbaren Sie über unsere Kontaktseite.

FAQ

Was hilft am effektivsten gegen Akne?

Das hängt von Form und Schweregrad ab. Leichte Mitesser-Akne spricht oft auf eine konsequente Reinigung und äußerliche Wirkstoffe wie Benzoylperoxid oder Retinoide an. Bei entzündlicher oder hormoneller Akne führt der zuverlässigste Weg über eine dermatologische Abklärung. Was in jedem Fall hilft: Geduld und Regelmäßigkeit. Die meisten Wirkstoffe brauchen acht bis zwölf Wochen, bevor sich beurteilen lässt, ob sie wirken.

Ist Akne mit 35 Jahren normal?

Ja, das kommt häufiger vor, als viele denken – besonders bei Frauen. Man spricht dann von Akne tarda oder Spätakne. Typisch sind entzündliche Pickel an Kinn, Kieferlinie und Hals, oft zyklusabhängig. Auslöser können hormonelle Umstellungen, das Absetzen der Pille, Stress oder bestimmte Medikamente sein. Sie sind damit weder ungewöhnlich noch zu alt dafür – eine ärztliche Abklärung der Hormonlage ist sinnvoll.

Wie lange dauert es, bis Akne verheilt?

Ein einzelner entzündlicher Pickel heilt meist in einigen Tagen bis zwei Wochen ab. Die rötlichen oder bräunlichen Flecken danach können mehrere Monate sichtbar bleiben. Eine Aknetherapie insgesamt braucht Zeit: Erste Veränderungen zeigen sich häufig nach vier bis acht Wochen, eine belastbare Beurteilung ist nach etwa drei Monaten möglich. Narben bilden sich nicht von selbst zurück und werden separat behandelt.

Was triggert hormonelle Akne?

Ausschlaggebend ist die Wirkung von Androgenen auf die Talgdrüsen. Verstärkend wirken können Zyklusschwankungen, das Absetzen oder Wechseln hormoneller Verhütung, Schwangerschaft und Stillzeit, das polyzystische Ovarialsyndrom, anhaltender Stress mit erhöhtem Cortisolspiegel sowie Schlafmangel. Auch einzelne Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente stehen im Verdacht. Weil die Auslöser individuell sind, lohnt sich ein Tagebuch über einige Zyklen.

Helfen Vitamin-A-Präparate gegen Akne?

Äußerlich aufgetragene Vitamin-A-Abkömmlinge, sogenannte Retinoide, gehören zu den gut untersuchten Wirkstoffen gegen Verhornungsstörungen und Mitesser. Innerlich eingenommenes Isotretinoin ist ebenfalls ein Vitamin-A-Abkömmling, aber ein verschreibungspflichtiges Medikament mit erheblichen Nebenwirkungen und Auflagen, unter anderem in der Schwangerschaft. Frei verkäufliche „Akne-Kapseln" mit Vitamin A sind davon zu unterscheiden – hochdosiert eingenommen können sie schaden.

Was hilft gegen die Narben, die von der Akne übrig bleiben?

Zuerst muss die aktive Akne ruhig sein, sonst ist keine Narbenbehandlung sinnvoll. Danach kommen je nach Narbentyp Verfahren wie Microneedling oder ein chemisches Peeling infrage, in der Regel über mehrere Sitzungen. Ziel ist ein gleichmäßigeres Hautrelief, keine vollständige Beseitigung. Was für Ihre Haut passt, klären wir in einem Beratungsgespräch.

Darf ich Pickel ausdrücken, wenn ich es vorsichtig mache?

Davon raten wir ab. Beim Drücken entleert sich der entzündete Follikel oft nach innen statt nach außen, die Entzündung wird tiefer, und genau daraus entstehen Narben und dunkle Flecken. Ich habe mir als Jugendliche auf diese Weise Narben zugefügt, die geblieben sind. Eine professionelle Ausreinigung durch geschulte Hände ist etwas anderes als der Griff vor dem Badezimmerspiegel.

Silvija Bihler
Praxismanagerin

Silvija Bihler leitet My Esthetic in Düsseldorf und verantwortet den gesamten Praxisbetrieb. Sie begann ihre Karriere an der französischen Riviera und arbeitet seit über zehn Jahren in der ästhetischen Medizin, mit einem Schwerpunkt auf Hyaluronsäure-Behandlungen. Ihr Anspruch ist ein Ergebnis, das natürlich wirkt und die Mimik erhält.

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